Pinocchio von der Alpspitze

Man trifft wahrlich viele lustige Gesellen in der Alpspitz-Ferrata, Gesellen, die dem Bergsteiger den Tag erheitern. Meine besonderen Lieblinge sind die jungen, ehrgeizigen Angeber, die andere Bergsteiger ständig lautstark maßregeln, wie sie richtig klettern und sichern sollen. Ich mag aber auch die alten, schnaufenden, schwitzenden und rotgesichtigen Dicken, die am Rande des Kollaps unterwegs sind und für die man froh ist, dass sich die endlose Schlange der Kletterer immer wieder staut und die Herren so zum Durchatmen kommen. Am besten sind aber vielleicht die übervorsichtigen Familienväter, die ihre Lieblinge wie auf dem Gletscher zusätzlich an ein Seil nehmen, sodass ein Stürzender unter Garantie die gesamte Seilschaft in die Bremse des Klettersteigsets reißt.

So fröhlich geht es zu, dass – wen wundert es – besonders neckische Berggeister unterwegs sind.

pinocchio

Dieser Schalk mit der langen Nase hat sie alle gesehen und belächelt, zumindest, wenn sie nicht mit der Bahn wieder herabfahren, sondern zu Fuß über das Kreuzeck absteigen. Hin und wieder blickt er auf, saugt das Bild eines seltsamen Wanderers (vielleicht auch das eines von denen, die in voller hochtourentauglichen Funktionsmontur und zackig klackernden Stöcken den lahmen Waldweg hinaufstolzieren) in sich hinen und muss sofort den Blick wieder senken, um wie ein kleines Kind, das das Schokoladenversteck der Mutter gefunden hat, in sich hineinzukichern. Vielleicht wird ob dieser stillen Boshaftigkeit seine Nase jedes Mal ein Stückchen länger … Aber wohl nicht, sonst wäre sie jetzt schon kilometerlang.

Mein Rat: Steigt auf die Alpspitze, die Tour ist wunderschön, aber ärgert Euch nicht zu viel über die vielen seltsamen anderen, sondern macht es wie unser Pinocchio-Geist: Lächelt weis in Euch hinein.

Partyvogel

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Dieses knotige Huhn haben wir wohl gerade aus dem Schlaf aufgeschreckt, was bei der Masse der vorbeiziehenden Bergsteiger verwunderlich ist, die sich am heißen Juniwochenende über den Blaubergekamm bei Wildbad Kreuth quälen. „Hey, was geht hier ab!“, will uns sein Blick sagen, „Gibt’s hier irgendwo eine Party, Alter?!“

Nein, eine Party gibt es auf dem langen und sonnigen Weg zur Halserspitz leider nicht, aber ergreifende Bergblicke, immer entlang der gewaltigen Nordwände des Gufferts, später tief in den noch weißen Alpenhauptkamm hinein. Ist es jetzt der Großglockner oder der Großvenediger? Ich werde es nie lernen.

Zu groß und schwer für den Rucksack mussten wir das illustre Partyhuhn in der Bergwiese sitzen lassen, obwohl es sicher ein lustiger, verdrehter Gast gewesen wäre, mit dem man bis in frühen Morgenstunden feiern könnte. So muss es weiterschlafen, bis es später einmal jemand einlädt.

Ettaler Froschgeist

Dieser entzückende Froschgeist ist uns beim Abstieg vom Ettaler Mandl quasi in den Weg gehüpft. Ich konnte nicht umhin, unseren rasanten Abstieg zu unterbrech

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    eine Sammlung aufzunehmen. Bei näherer Betrachtung stellte sich dann doch heraus, dass sein Wesen etwas starrer ist, als der dynamische erste Eindruck glauben lässt.

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Vielleicht muss man ihn zu den missgünstigen Wolpertingern zählen, denn wenn man nicht aufpasst, rammt er sich dem Bergsteiger böse ins Knie. Uns ist aber nichts passiert.

 

Neuer Blog: Berggeister

Einen guten Geisterblog sollte man an Halloween beginnen. Wann sonst? Immer wieder begegnen mir unterwegs kleine Berggeister, oder machmal auch größere. Die Fotografiere ich, sammle sie virtuell ein und möchte sie Euch hier vorstellen. Das erste Exemplar ist zugegeben nicht aus den Bergen, sondern vom Wochenmarkt in Germering. Aber es ist ein waschechter Halloweengeist, so wie er draußen gewachsen ist. Bittesehr:

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